Die Gambrinus Bierstuben

Die Geschichte unserer Zivilisation, also der menschlichen Entwicklung, scheint ohne vergorene Gerstenkörner undenkbar. Seit der Ackerbau in Mesopotamien, dem Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris betrieben wurde, seit nunmehr sechs Jahrtausenden, begleitete der schäumende Sud aus geschroteter und gemälzter Gerste die religiösen Zeremonien in den Tempelanlagen. In den sagenhaften Gärten von Babylon wurde dieses Getränk in von Frauen geführten Häusern gereicht. Man trank neunzehn verschiedene Sorten mit Schilfrohrhalmen aus Tonkrügen. 

Bis ins Mittlalter nahm das Bier eine gewichtige Rolle ein. Die katholische Kirche begünstigte sogar den Weinanbau. Ihre Jünger fanden in dem Rebsaft das “Blut des neuen Gottes” auf Erden und das Bier wurde zum Getränk der einfachen Leute, während in feinen Gesellschaften der Wein aus filigranem Tischgeschirr getrunken wurde. Nicht desto weniger trieben die Mönche in den Klöstern die Kunst der Brauerei zu neuer Blüte und sprachen dem Gebräu oft maßlos zu.

Erst Luther nimmt das Bier als menschliche Gegebenheit hin und schreibt in seinen Tischreden: “Wir könnten auf die Gerste verzichten … und statt Bier Wasser trinken, aber wenn die jungen Leute kein Bier hätten, bliebe ihnen ja keinerlei Vergnügen.”

Görlitz war kaum Stadt geworden, etwa 1220, da wurde in den ersten Bierhöfen gebraut. Das Brauen war ein Vorrecht, stand in hohen Ehren und wurde reichen Bürgern der Stadt verliehen. Ein frischer Trunk aus dem Brauhaus hat von je her die beste Würdigung gefunden. Weder nach Zeiten noch nach Geschlechtern gab es einen Unterschied. Immer fanden sich Durstige und bei einem kühlen Bier ergab sich die beste Gelegenheit über die Zustände in der Stadt und im Lande zu schwätzen, die alten Stadtväter und Landeshäupter runterzuputzen und wie immer die guten alten Zeiten zu preisen, denn wie auch wir wissen, war früher alles viel besser!

Die Gambrinus Bierstuben wollen diese alte Traditin wieder aufleben lassen. Wir möchten, wie damals im alten Brauhaus, ein Treffunkt für unsere Gäste werden, die sich in unserem gemütlichen Gasthaus nach einem guten Schmaus wohlfühlen und bei einem kühlen Tropfen über Gott und die Welt reden, getreu dem Trinkspruch von Gambrinus, dem Schutzpatron des Bieres:

„Wasser schmeckt am besten,
wenn man‘s verkocht
mit Malz und Hopfen
zu einem guten, gold‘nen Tropfen.“